Interessantes Planetensystem in unserer Nachbarschaft

Mit 34 Lichtjahren Abstand gehört der Rote Zwerg L98-59 zur engeren Nachbarschaft des Sonnensystems. Dass ihn drei Gesteinsplaneten umkreisen, hat schon vor zwei Jahren der Planetenjäger TESS entdeckt. Die drei inneren Planeten liegen relativ nah an ihrem Muttergestirn. Für Leben ist es dort vermutlich zu warm. Der innerste Planet ist nur etwa halb so groß wie unsere Venus und damit einer der kleinsten bisher entdeckten Planeten. Technisch ist es einfacher, große und schwere Planeten zu finden als kleine und leichte, sodass die wahre Verteilung der Planetengrößen bis heute nicht wirklich bekannt ist.

Mit Hilfe des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO gelang es einem Team von Astronomen nun, herauszufinden, dass drei der Planeten möglicherweise Wasser in ihrem Inneren oder in ihrer Atmosphäre enthalten. Die beiden Planeten im System L 98-59, die dem Stern am nächsten sind, sind wahrscheinlich trocken, könnten aber kleine Mengen Wasser enthalten, während der dritte Planet bis zu 30 % aus Wasser bestehen könnte und damit eine Wasserwelt wäre.

Darüber hinaus entdeckte das Team neue Exoplaneten, die zuvor in diesem Planetensystem noch nicht gesichtet worden waren. Definitiv nachgewiesen wurde ein vierter Planet. Zudem gibt es Anzeichen für die Existenz eines fünften. Der wäre besonders interessant, denn er hat genau den richtigen Abstand zum Stern, damit auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser existieren kann. „Wir haben Hinweise auf die Anwesenheit eines erdähnlichen Planeten in der habitablen Zone dieses Systems“, erklärt Olivier Demangeon, Forscher am Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço der Universität Porto in Portugal und Hauptautor der neuen Studie.

Diese künstlerische Darstellung zeigt L 98-59b, einen der Planeten des 35 Lichtjahre entfernten Systems L 98-59. Das System enthält vier bestätigte Gesteinsplaneten und einen potenziellen fünften Planeten, der am weitesten vom Stern entfernt und noch unbestätigt ist. (Bild: ESO/M. Kornmesser)
Diese Illustration zeigt einen Vergleich zwischen dem Exoplanetensystem L 98-59 (oben) und einem Teil des inneren Sonnensystems (Merkur, Venus und Erde) und verdeutlicht die Ähnlichkeiten zwischen beiden. (Bild: ESO/L. Calçada/M. Kornmesser (Acknowledgment: O. Demangeon))

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.