Kann man auf dem Mars fliegen?

Natürlich kann man auf den Mars fliegen – aber auf dem Mars? Die Atmosphäre des Roten Planeten ist weitaus dünner als die der Erde. Der Druck an der Marsoberfläche liegt bei 0,00636 bar, was einem Hundertfünfzigstel des Drucks an der Erdoberfläche entspricht. Damit ein Flugzeug, das schwerer als Luft ist, starten kann, braucht es Auftrieb. In einer so dünnen Stmosphäre genügend Auftrieb zu erzeugen, ist schwierig – aber den Ingenieuren des JPL der NASA scheint es gelungen zu sein.

Sie wollen jedenfalls der Mars-2020-Rovermission der NASA einen kleinen Helikopter mitgeben, der dort in einer Höhe von bis zu fünf Metern autonom fliegen kann. Zum Vergleich: auf der Erde ist dieses Problem bisher nicht gelöst. Der Luftdruck entspricht dem Druck in der Erdatmosphäre in 35 Kilometern Höhe – und dorthin hat es noch kein Hubschrauber geschafft.

Der Mars-Helikopter des JPL wiegt etwa 1,8 Kilogramm. Seine zwei jeweils zweiblättrigen Rotoren drehen sich pro Minute 2400 Mal, also 40 Mal in der Sekunde. Das ist etwa zehnmal so schnell wie bei einem Erd-Helikopter. Auf dem Mars soll er ingesamt fünf Flüge von maximal 90 Sekunden Dauer durchführen und dabei die Oberfläche fotografieren, wobei ihn jeder Flug ein Stück weiter vom Rover entfernt. Solarzellen werden dann die Akkus aufladen, die der Helikopter nicht nur zur Fortbewegung braucht, sondern auch zum Heizen, damit er nachts nicht einfriert.

Das erste Modell dient allerdings zunächst als Technologie-Demo. Es wird Bilder von der Qualität eines Smartphone-Fotos schießen, mehr aber auch nicht. Erst für spätere Missionen (und bei Erfolg) ist geplant, den Helikopter zur Erkundung großer Teile der Mars-Oberfläche einzusetzen. Als Ergänzung zum Rover ist das optimal, denn der bodengebundene Rover kann wesentlich mehr Instrumente tragen, ist dafür aber in der Reichweite stark begrenzt.

Der NASA-Helikopter auf dem Mars (Bild: NASA/JPL-Caltech(

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.