2019
März
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Fehlendes Glied der Planetenentwicklung im Kuipergürtel entdeckt

Noch hinter der Neptunbahn, etwa 30 bis 50 Astronomische Einheiten (AE, Entfernung Erde-Sonne) von unserem Zentralgestirn entfernt, kreisen zahlreiche kleine, mittlere und größere Objekte. Sie bilden den Kuipergürtel – die Abfallhalde des Sonnensystems, denn was hier zu finden ist, hat es nicht geschafft, sich zu einem richtigen Planeten zusammenzufinden. Wenn die Theorie stimmt, die die Forscher über die Entwicklung der Planeten haben, müssten hier Körper in allen möglichen Größen zu finden sein.

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Doch kein neunter Planet?

Etwa seit Anfang dieses Jahrtausends suchen Astronomen aktiv nach einem Planeten jenseits der Neptunbahn. »Planet X« wurde nach der Degradierung des Pluto zu »Planet IX«, aber gleichzeitig vermehrten sich die Hinweise auf seine Existenz. Der neunte Planet müsste demnach etwa zehnfache Erdmasse besitzen und mit einer Halbachse zwischen 400 und 1500 Astronomischen Einheiten (Entfernung Sonne – Erde) um die Sonne kreisen. Dass es ihn gibt, leiteten die Forscher aus der Entdeckung transneptunischer Objekte wie Sedna ab, den sogenannten distant detached objects, die sich auf stark elliptischen und deutlich gegen die Ekliptik geneigten Bahnen bewegen.

Theoretisch müsste ein solcher Planet mit den leistungsfähigsten Teleskopen heute schon zu entdecken sein; gefunden hat man ihn allerdings trotz intensiver Suche noch nicht. Seine Entdecker würden zweifellos in die Geschichte eingehen.

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Schwere Sterne sterben in einem Kokon

Wenn besonders schwere Sterne sterben, geht das nicht ohne großes Feuerwerk ab. Besitzt ein Stern, dem der Brennstoff ausgeht, mehr als die 25-fache Masse der Sonne, kollabiert sein Kern zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch, und an den Polen werden gigantische Materie-Jets ausgestoßen. Diese dringen durch die äußersten Schichten des Sterns und erzeugen dabei so viel Gammastrahlung, dass Astronomen diese als Blitze (Gamma Ray Bursts, GRBs) beobachten können.

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Gigantische Muster in den Wolken der Venus – und wie sie entstehen

Die Venus wird gern die „heiße Schwester der Erde“ genannt. Schwester, weil sie unserem Mutterplaneten in Größe und Gestalt ähnelt. Aber ihre Atmosphäre ist von extremem Druck und hohen Temperaturen geprägt. Am Boden kann es bis zu 460 °C heiß werden. Der Planet braucht 243 Erdtage für eine Umdrehung, während die Erde einen Tag braucht, aber die Erde nimmt ihre Lufthülledabei immer brav mit. Auf der Venus hingegen braust in 60 Kilometern Höhe ein 360 km/h schneller Ostwind, der den Planeten in nur vier Tagen komplett umkreist („atomsphärische Superrotation“ nennt man das).

Eine Folge dieser Bedingungen sind gigantische Muster, die japanische Forscher jetzt in einem Paper beschreiben und erklären (als hätten sie auf mein neues Buch „Clouds of Venus“ gewartet …). Fotografiert wurden sie von der japanischen Venussonde Akatsuki („Morgendämmerung“), die seit 2015 mit 5 Jahren Verspätung die Venus umkreist (sie hatte wegen eines Triebwerksfehlers zunächst einige Extra-Sonnenorbits eingelegt).

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Ein kosmischer Leuchtturm aus der Frühzeit des Universums

Dem Weltraumteleskop Hubble ist es gelungen, einen besonders hellen Quasar aus der Frühzeit des Universums aufzunehmen. Wie Astronomen in einem Paper berichten, ist J043947.08+163415.7 12,8 Milliarden Lichtjahre entfernt. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir dadurch 12,8 Milliarden Jahre in die Vergangenheit sehen können. Als das Licht des Quasars, das uns heute erreicht, von dort ausgesandt wurde, befand sich das Universum noch in seiner Epoche der Reionisation.

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Unsere Milchstraße ist komisch – aber eine Katastrophe bringt sie bald in Ordnung

Unsere Heimat-Galaxsi, die Milchstraße, ist, das müssen wir wohl inzwischen leider zugeben, ein ziemlich ungewöhnliches Exemplar einer Spiralgalaxie. Das Schwarze Loch in ihrem Zentrum ist unterentwickelt (es ist um eine ganze Größenordnung zu leicht), sie ist von einem (zu) wenig massereichen Halo extrem metallarmer Sterne umgeben, und sie besitzt eine ungewöhnlich große Begleiterin, die Große Magellansche Wolke (GMW).

Aber es gibt gute Nachrichten, wie Astronomen jetzt in einem Paper zeigen: In gerade einmal 2,4 Milliarden Jahren (das Universum ist heute schon 13,8 Milliarden Jahre alt) wird ein gigantischer Zusammenstoß diese Unschönheiten ausbügeln. Es könnte zwar passieren, dass unser Sonnensystem dabei aus der Milchstraße herausgeschleudert wird, aber kleinere Schönheitsfehler muss man bei so großen Kollisionen eben in Kauf nehmen.

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Leben wir auf der Außenhaut einer Blase in einer Extra-Dimension?

Ein interessantes Modell des Universums haben Forscher der Universiät im schwedischen Uppsala erdacht. In einem Paper beschreiben und begründen sie ihr Konzept, das mit den Mitteln der Stringtheorie arbeitet (nach der alle Materie aus winzigen, vibrierenden Saiten besteht) und gleichzeitig das Phänomen der Dunklen Energie einbezieht (das für die Expansion des Kosmos als ursächlich betrachtet wird).

Demnach wird unser Universum auf der Außenhaut einer Art Blase mitgerissen, die sich in einer zusätzlichen Dimension ausdehnt. Das All und die Blase sind bei weitem nicht identisch, wir sind gewissermaßen nur Passagiere auf der Außenhaut des Ballons. Der Ballon, die Blase, wäre dabei ein fünfdimensionaler Anti-de-Sitter-Raum, also eine Raumzeit mit negativer kosmologischer Konstante. Auf dessen Außenhaut (einer kugelförmigen Bran), zeigen die Forscher, spielt sich das Leben dann scheinbar so ab, wie wir es kennen, in vier Dimensionen und mit der bekannten Gravitation. Scheinbar, weil das nur für uns arme vierdimensionale Beobachter zutrifft, die die masselosen fünfdimensionalen Gravitonen nicht sehen oder messen können, die sich mühelos zwischen den Dimensionen bewegen.

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