2018
Mai
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Kam das Leben aus dem All?

Wie entstanden die Bausteine des Lebens auf der Erde? Ganz genau weiß das die Wissenschaft bis heute nicht. Das wichtigste Experiment dazu führten 1952 Stanley Miller und Harold Urey an der Universität Chicago aus. Sie mischten einfache chemische Substanzen einer hypothetischen frühen Erdatmosphäre – Wasser, Methan, Ammoniak, Wasserstoff und Kohlenmonoxid, jedoch keinen Sauerstoff – und setzten diese Mischung elektrischen Entladungen aus, die die Energiezufuhr durch Gewitterblitze nachbilden sollten. Das Ergebnis: Im Versuch entstehen nach einer gewissen Zeit organische Moleküle.

Das Miller-Urey-Experiment sorgte damals für großes Aufsehen, zeigte es doch, dass sich die für die Entstehung des Lebens nötigen Bausteine unter den richtigen Bedingungen spontan bilden können. Allerdings zeigten Geologen später, dass die Erde in der Frühzeit doch etwas andere Bedingungen aufwies. Zudem fanden sich im Ergebnis zwar Aminosäuren, jedoch keine Kohlenhydrate oder Lipide (Fette), weitere wichtige Bausteine des Lebens. Für all diese Komponenten haben Chemiker inzwischen Wege gefunden, wie sie aus den ursprünglich vorhandenen Chemikalien gebildet worden sein könnten, jedoch fehlt der Ort, der das alles vereint.

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Aus Staub geboren: Verschmelzende Proto-Galaxien im frühen Universum

Das Weltall ist als Forschungsgegenstand dankbar und undankbar zugleich. Undankbar, weil es wirklich sehr, sehr groß ist und wir alles nur aus einer einzigen Position betrachten können, die nicht unbedingt optimal ist (stellen Sie sich vor, Sie müssten all Ihre Fotos durch das Schlüsselloch Ihres Schlafzimmerschranks machen – selbst die Bilder des Wohnzimmers!). Dankbar ist es, weil es einen Blick in seine eigene Vergangenheit erlaubt. Aber nicht wie ein Mensch, dem man seine bewegte Vergangenheit an grauem Haar und faltiger Haut ansieht, sondern „in echt“. Man muss nur tief genug ins Universum schauen, um seine Vergangenheit sich entfalten zu sehen.

Zwei internationale Forscherteams haben das jetzt mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) und dem Atacama Pathfinder Experiment (APEX) der Europäischen Südsternwarte (ESO) getan. Sie haben sich ein paar merkwürdige Objekte angesehen, die zunächst mit dem South Pole Telescope und dem Weltraumobservatorium Herschel als schwache Lichtflecken entdeckt worden waren. Der Proto-Galaxienhaufen namens SPT2349-56 befindet sich in einer solch riesigen Entfernung, dass das Licht, das uns heute erreicht, von ihm ausgesandt wurde, als das Universum nur ein Zehntel seines heutigen Alters hatte, etwa 1,5 Milliarden Jahre.

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Superschwere Schwarze Löcher auf Wanderschaft

Dass sich im Zentrum der Milchstraße mit Sagittarius A* ein supermassives Schwarzes Loch befindet, ist seit den 1970er-Jahren bekannt. Die Röntgenquelle hat etwa vier Millionen Sonnenmassen. Die Milchstraße ist damit nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Im Herzen jeder normalen Galaxie schlägt ein dunkles Herz. Aber was passiert, wenn sich zwei Galaxien begegnen, wie es in der Geschichte des Universums schon oft passiert ist?

Dann geht oft eines der Schwarzen Löcher verloren, oder genauer gesagt: Es geht auf Wanderschaft. Forscher u.a. der Yale University haben anhand einer Simulation jetzt untersucht, wie viele ultraschwere Schwarze Löcher es in einer normal großen Galaxie wie der Milchstraße im Mittel geben müsste. Das Ergebnis ist deutlich größer als eins, nämlich 5.1 ± 3.3 in einem Umkreis von 32.000 Lichtjahren um das Zentrum beziehungsweise sogar 12.2 ± 8.4 in dem Umkreis, den die Gravitation der Galaxie beherrscht.

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Uranus: Planet der verfaulten Eier

Uranus ist so ein bisschen das Stiefkind der Astronomen. Der siebente, nach dem Himmelsgott Uranos benannte Planet lag bei allen Ausflügen irdischer Sonden immer abseits des Weges. Die besten Bilder übermittelte 1986 die Voyager-2-Sonde der NASA. Während es zum Beispiel vom viel weiter entfernten Pluto seit New Horizons tolle Schnappschüsse gibt, gewinnt man neue Erkenntnisse zu Uranus nur per Teleskop. Aber Uranus muss wenigstens nicht befürchten, zum Zwergplaneten degradiert zu werden.

In Sachen Aufbau wird Uranus gern mit einem schmutzigen Schneeball verglichen. Das trifft es eigentlich nicht ganz, es ist ein fieser Schneeball mit eingeknetetem Gesteinskern, den jemand dann schön hart geknetet hat. Uranus ist ein Eisgigant, der etwa 14 Mal so schwer wie die Erde ist. Über seinem Kern befindet sich ein Mantel aus Wasser-, Ammoniak- und Methaneis, dann folgt eine Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium und Methan – und einer ganz besonderen Zutat, die diesem Artikel seine Überschrift beschert hat. In seiner obersten Schicht haben Forscher nämlich nun erstmals Schwefelwasserstoff nachgewiesen, das fauligen Eiern den typischen Geruch verleiht.

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Die ISS im 360-Grad-Panorama-Film

Ein beeindruckendes Video hat der National Geographic Channel auf YouTube veröffentlicht. Der italienische ESA-Astronaut Paolo Nespoli hat es mit einer 360-Grad-Kamera gefilmt, der Kommentar wurde vom britischen Astronauten Chrus Hadfield gesprochen. Wenn Sie das Video mit dem Chrome- oder Firefox-Browser oder in der YouTube-App auf dem Handy ansehen, können Sie mit der Maus mitten im Film die Perspektive ändern. Mit einer 3D-Brille sehen Sie die Szene räumlich. Falls Sie schon eine VR-Brille besitzen, stehen Sie mitten in der Szene. Faszinierend!

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Mars-Landschaft: Supervulkan oder Einschlagkrater?

Der etwa 75 Kilometer durchmessende Talkessel Ismenia Patera befindet sich in der Übergangsregion zwischen den Nördlichen Tiefländern und den einige Kilometer höheren Südlichen Hochländern unseres Nachbarplaneten. Anfang Januar hat die seit 2003 um den Mars kreisende europäische Sonde Mars Express mit ihren hochauflösenden Kameras diese Formation genauer untersucht.

Ihr Zentrum ist von kleineren Bergen, Blöcken und Gesteinsbrocken umgeben, von denen man annimmt, dass sie durch Einschläge nebenan hierher geschleudert wurden. Dabei wurden auch kleinere Krater und Täler in der Patera selbst erzeugt. Vom Kraterrand nach unten verlaufen Kanäle, der Boden ist von Eisablagerungen bedeckt, die Zeichen von Bewegung zeigen, also mit eisreichen Gletscher vergleichbar sind.

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Ein ganzer Zoo protoplanetarer Scheiben

Sonnensysteme entstehen, wenn sich eine Gas- und Staubwolke unter der eigenen Gravitation so weit zusammenzieht, dass in ihrem Inneren ein neuer Stern seine Fusionsmaschine zünden kann. Das passiert auch heute noch.

Einen visuellen Beweis dafür liefert jetzt das SPHERE-Instrument des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO). Astronomen haben damit junge Sterne vor allem des Typs T Tauri unter die Lupe genommen, die sich in verhältnismäßig kurzer Entfernung von der Erde (230 bis 550 Lichtjahre) befinden. Die Aufnahmen zeigen beeindruckende Details. Die Staub- und Gasscheiben kommen offenbar in den verschiedensten Formen vor. Ein Exemplar erinnert sogar an einen Hamburger. Zu sehen ist auf den Bildern auch die Wirkung sich gerade bildender Planeten.

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Luxushotel im All: Jetzt reservieren und zehn Millionen sparen

Haben Sie zufällig gerade 80.000 Dollar übrig? Dann können Sie zu den ersten gehören, die 2022 für nur 692.000 Euro pro Nacht im neuen Luxushotel Aurora Station wohnen dürfen, 320 Kilometer über der Erde. Der Betreiber Orion Span will die Raumstation 2021 ins All starten und ein Jahr später erste Gäste empfangen. Zunächst werden maximal vier Gäste an Bord sein, die von zwei Astronauten betreut werden.

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In München gibt es bald eine Supernova

Ab 28. April haben Weltraum-Interessierte in Deutschland ein neues Ziel: An diesem Tag öffnet die ESO Supernova erstmals ihre Pforten. Das hochmoderne Planetarium – das größte geneigte Planetarium im deutschsprachigen Raum – befindet sich am Hauptsitz der Europäischen Südsternwarte ESO in Garching bei München. Das Programm (hier online einsehbar) ist 2018 komplett gratis, lediglich eine Registrierung ist notwendig.

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Eine gigantische Kaltfront im Perseus-Cluster

Wenn die Tagesschau-Meteorologin vor einer Kaltfront über der Nordsee warnt, erwartet uns trübes Frühlingswetter mit Temperaturen unter zehn Grad Celsius. Astronomen haben da ganz andere Maßstäbe: Die Kaltfront, die sie unter anderem mit dem Chandra-Röntgenteleskop der NASA im Perseus-Galaxienhaufen verfolgen, hat eine Temperatur von 30 Millionen Grad. Kalt ist dieses relativ dichte Gasband nur im Vergleich zu dem weniger dichten, aber dafür 80 Millionen Grad heißen interstellaren Gas, das es durchquert – und das schon länger, als es das Sonnensystem gibt, nämlich seit über fünf Milliarden Jahren.

Galaxienhaufen wie der im Sternbild Perseus gehören zu den massivsten Objekten im Universum. Sie bestehen aus hunderten bis tausenden Galaxien, die die Gravitation zusammenhält, und enthalten oft riesige Reservoirs überhitzten Gases, das im Röntgenbereich hell leuchtet. Die Kaltfront im Perseushaufen ist eine Besonderheit; seit sie sich vor langer Zeit gebildet hat, scheint sie erstaunlich stabil zu sein, statt sich allmählich aufzulösen.

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Gibt es Leben in den Wolken der Venus?

Auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten, daran besteht kein Zweifel, kann sich dem irdischen vergleichbares Leben nicht halten – selbst die bisher von der Erde gesandten Sonden versagten stets nach ein paar Stunden in der Hitze von über 450 Grad Celsius. Das ist auch kein Wunder: Es ist so heiß, dass Blei schmilzt, und der Luftdruck ist 90 Mal so hoch wie auf der Erdoberfläche. Dazu regnet es Schwefelsäure.

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