2020
April
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Test: eVscope, das Teleskop für bequeme Teilzeit-Astronomen

Mein erstes Fernrohr habe ich mir mit so etwa zehn Jahren selbst gebastelt – mit Hilfe eines Optik-Baukastens, nachdem ich den Elektronik-Baukasten nicht mehr mochte, weil ich mir beim Löten die Finger verbrannt hatte (ja, damals gab es in Kinderspielzeug tatsächlich noch Dinge, mit denen man ein Haus abfackeln oder zumindest Lötzinn schmelzen konnte). Der Mond hing in diesem Fernrohr immer falsch herum am Himmel, was ich skurril fand. Schließlich zeigte mein Fernglas die Dinge auch immer richtig herum. Ich hatte ein bisschen den Verdacht, dass die Erwachsenen damit verhindern wollten, dass man mit dem Fernrohr fremde Fenster ausspähte. Was tatsächlich möglich war, und unsere Wohnung im 14. Stock eines Hochhauses bot da beste Möglichkeiten.

Nun, der Mond hängt auch im online knapp 3000 € teuren eVscope des französischen Herstellers Unistellar falsch herum. Das Teleskop steht neuerdings auf meinem Balkon, manchmal auch im Garten oder auf der Wiese. Ich habe deutlich weniger gezahlt, $1300 nämlich, als ich das Projekt 2017 bei Kickstarter unterstützt habe. Die Auslieferung hat sich etwas hinausgezögert, aber das kennt man von Kickstarter ja.

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Dreifachsystem aus Braunen Zwergen entdeckt

Braune Zwerge sind Himmelsobjekte, die ein bisschen zu klein dafür waren, sich zu richtigen Sternen zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass sie nicht heiß sein können – unter Umständen laufen in ihnen trotzdem Fusionsreaktionen ab wie in unserer Sonne, nur in kleinerem Ausmaß bzw. mit anderen Ausgangsstoffen wie etwa Deuterium statt Wasserstoff. Für die Astronomen sind sie sehr interessant, weil die sie umkreisenden Planeten womöglich noch bessere Lebenschancen bieten als bei den größeren Roten Zwerge, die leider zu heftigen Strahlungsausbrüchen neigen.

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Axionen als Retter des Universums?

Das Neutron ist, das sagt schon sein Name, elektrisch neutral. Aber trotzdem enthält es elektrische Ladungen. Es ist nämlich aus einem Up-Quark (Ladung: 2/3 der Elektronenladung e) und zwei Down-Quarks (Ladung: -1/3 e) aufgebaut. In der Summe ergeben 2/3+2*(-1/3) genau 0. Doch das Neutron ist nicht punktförmig. Es besitzt einen Durchmesser von immerhin 1,7 *10-15 Metern, und wenn sich drei Komponenten auf eine gewisse Distanz verteilen müssen, müsste aus der Nähe trotz einer Nullsumme bei der Ladung noch eine gewisse Wirkung zu spüren sein. Aus der Theorie lässt sich denn auch berechnen, dass das Neutron ein elektrisches Dipolmoment von 10-16 e*cm haben müsste.

Tatsächlich jedoch lässt sich überhaupt kein Dipolmoment nachweisen, zumindest muss es kleiner als 10-25 e*cm sein, falls es doch existiert. Das sind neun Größenordnungen, eine riesige Diskrepanz. Eine Lösung dafür würde die Existenz eines bislang noch rein hypothetischen, sehr leichten Teilchens bieten, des Axions. Unmengen dieser winzigen Teilchen, milliardenfach leichter als ein Elektron, würden dann unbemerkt unser Universum durchstreifen. Denn mit normaler Materie wechselwirken Axionen normalerweise nicht.

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Eisenregen In den Abendstunden

Der Planet WASP-76b, von der Erde etwa 640 Lichtjahre entfernt, umkreist seinen Stern WASP-76 einmal alle etwa 1,8 Tage im relativ geringen Abstand von nur 0,03 Astronomischen Einheiten (AE). Die Erde ist eine AE von der Sonne entfernt. Der Stern WASP-76 ist etwas größer und heißer als die Sonne, aber für den ihn umkreisenden Planeten spielt das keine große Rolle mehr. Bei so geringem Abstand wird es einfach verdammt heiß. Der Planet, beinahe so schwer wie unser Jupiter, gilt deshalb auch als „Heißer Jupiter“. Die große Hitze hat diese Welt stark aufgebläht; WASP-76b hat einen deutlich größeren Umfang als unser Jupiter.

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Hexaquark d*(2380): ein neuer Kandidat für die Dunkle Materie

Eines der großen Rätsel unseres Universums besteht in der Frage, woraus Dunkle Materie besteht. Dass sie existiert, ergibt sich aus mehrerren Hinweisen der Astronomen, u.a. was Eigenheiten der Rotation von Galaxien betrifft. Immerhin 63 Prozent des Materieanteils des Kosmos müssten demnach die Dunkle Materie ausmachen, von deren Natur die Physiker bisher keine Ahnung haben.

Klar ist nur, dass Dunkle Materie lediglich über de Gravitation mit normaler Materie wechselwirkt. In Frage kommen u.a. sogenannte WIMPs (Weakly Interacting Massive Particles, schwach wechselwirkende massive Teilchen) die zur kalten dunklen Materie gehören. Allerdings kommen die Forscher auf der Suche nach ihnen nur langsam voran. Es gelingt ihnen bisher nur, mehr und mehr Kandidaten auszuschließen, was es allmählich unwahrscheinlicher macht, dass sie bereits auf der richtigen Spur sind.

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Schlechte Nachrichten für das Leben auf Titan – oder doch nicht?

Damit Leben, wie wir es kennen, entstehen kann, muss es sih irgendwie gegen seine Umgebung abgrenzen. Jede Zelle braucht eine Hülle, die zwar durchlässig für Nährstoffe von draußen ist, aber das Zelinnre trotzdem vor der Außenwelt schützt. Auf der Erde bestehen solche Zellmembranen aus Lipiden, Kohlenwasserstoff-Verbindungen, zu denen u.a. die Fettsäuren gehören.

Auf dem Saturn-Mond Titan ist es für die Entstehung von Lipiden mit -180 Grad Durchschnittstemperatur viel zu kalt. Aber es gibt dort eine andere Stoffklasse, von der Astrobiologen gehofft hatten, dass sie die Funktion der Lipide übernehmen könnten: Acrylnitril. Moleküle dieses Stoffes könnten sich zu sogenannten Azotosomen verbinden, deren Eigenschaften denen der Lipide ähneln. Tatsächlich konnte man schon zeigen, dass Azotosome auf dem Titan existieren könnten – und dass am Ausgangsstoff Acrylnitril dort kein Mangel herrscht.

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