Zwei Quasarpaare im frühen Universum

Quasare sind Einzelgänger. Das liegt nicht daran, dass sie sich mit ihren Kollegen nicht verstehen, sondern hat etwas mit ihrer Natur zu tun. Es handelt sich ja um Kern aktiver Galaxien. Und jede Galaxie hat eben nur einen Kern. Milliarden Sterne können schlecht um mehrere Kerne rotieren. Trotzdem haben nun Astronomen in etwa zehn Milliarden Lichtjahren Entfernung gleich zwei Quasar-Paare gefunden.

Wie ist das möglich? Die Forscher haben dafür nur eine Erklärung: Es handelt sich um jeweils zwei miteinander verschmelzende Galaxien. Ihre Kerne werden sich irgendwann zu einem einzigen, noch viel größeren vereinen. Dabei wird es zum Ausstoß heftiger Gravitationswellen kommen. Genau genommen ist das sogar schon passiert. Die beiden Quasare sind in beiden Fällen „nur“ 10.000 Lichtjahre voneinander entfernt. Das ist etwa halb so weit wie von der Sonne zum Kern der Milchstraße (der kein Quasar ist, aber in „Der Untergang des Universums“ zum Quasar ausgebaut werden soll). Es ist auch näher als bei jedem anderen bekannten Quasar-Paar.

Da wir die beiden Quasare in einem Zustand beobachten, wie er vor 10 Milliarden Jahren vorlag, ist es inzwischen längst zur großen Vereinigung gekommen. Es wird aber leider noch ein paar Millionen Jahre dauern, bis wir dabei zusehen können.

Astronomen haben zwei Paare von Quasaren im fernen Universum entdeckt, etwa 10 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. In jedem Paar sind die beiden Quasare nur etwa 10.000 Lichtjahre voneinander entfernt. Damit sind sie näher beieinander als alle anderen Doppelquasare, die so weit entfernt gefunden wurden. Die Nähe der Quasare in jedem Paar deutet darauf hin, dass sie sich innerhalb von zwei verschmelzenden Galaxien befinden. Quasare sind die intensiv hellen Kerne entfernter Galaxien, die durch die Fressorgien supermassereicher schwarzer Löcher angetrieben werden. Einer der fernen Doppel-Quasare ist in dieser Illustration abgebildet. (Bild: Internationales Gemini-Observatorium/NOIRLab/NSF/AURA/J. da Silva)

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BrandonQMorris
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  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.