2017
Juli
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Schwarze Löcher wiegen leicht gemacht

Wie stellt man ein Schwarzes Loch auf die Waage? Ganz einfach: man sieht betrachtet die Galaxie, in deren Zentrum sich das Schwarze Loch befindet. Ein Forscherteam der Swinburne University of Technology, Australien, und der University of Minnesota Duluth, USA, hat durch den Vergleich zahlreicher Spiralgalaxien eine simple Beziehung zwischen der Masse des Schwarzen Lochs in ihrem Zentrum und der Art und Weise gefunden (und in einem Paper veröffentlicht), wie die Galaxie ihre Arme an sich presst.

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Wer wird das letzte Lebewesen auf der Erde sein?

Es heißt ja immer, Kakerlaken würden jede Katastrophe überstehen. Aber falls jemals eine Supernova in unserer Nachbarschaft die Erde in ein Gammastrahlungs-Bad taucht, wäre dies das Ende auch der hiesigen Kakerlaken-Population. Überlebende gäbe es trotzdem noch, wie Astrobiologen in einem Bericht in Scientific Reports beschreiben. Sie sind meist weniger als einen Millimeter groß und gehören zum Stamm der Bärtierchen.

Bärtierchen leben im Meer und an Land. Dass sie auch in Extremfällen noch überlebensfähig sind, weiß die Biologie schon länger. Trockenheitsperioden, Kälteeinbrüche, starke Schwankungen im Salzgehalt des Wassers oder Sauerstoffmangel überstehen sie mit Hilfe ausgeklügelter Strategien. An Bord des Satelliten FOTON-M3 hat die ESA 2007 die Tiere dem Vakuum, der Kälte und der Strahlung des Alls ausgesetzt – und trotzdem überlebten sie. Temperaturen bis -273 Grad Celsius und Austrocknung können ihnen nicht den Garaus machen.

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Neues von Planet Neun

Schon im vergangenen Jahr meinten Forscher, im äußeren Sonnensystem weit jenseits des Neptun einen weiteren Planeten gefunden zu haben: „Planet Neun“, wie der hypothetische Himmelskörper genannt wird. Die Hinweise erwiesen sich letztlich als Fehlschlüsse, doch der eigentliche Grund, warum ein neunter Planet wahrscheinlich ist, gilt nach wie vor: Díe Bahnebenen des Zwergplaneten Sedna und einer ähnlicher Objekte (der Sednoiden) sind merkwürdig verschoben. Daran soll die Anziehungskraft von Planet Neun schuld sein.

Das bestätigen spanische Astronomen nun erneut. Sie haben die Bahnen der bekannten transneptunischen Objekte mit einer neuen Methode analysiert. Die Forscher beschränken sich dabei auf die Klasse der so genannten ETNOs, der Extreme Trans Neptunian Objects. Das sind Himmelskörper in etwa 150 Astronomischen Einheiten (AE, Entfernung Erde – Sonne) Abstand, die der Sonne nie näher kommen als Neptun.

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Methan-Seen auf dem Saturnmond Titan: nichts für Surfer

Der größte Saturnmond Titan gehört zu den erdähnlichsten Himmelskörpern des Sonnensystems. Er besitzt eine dichte Atmosphäre, Wetter, Wolken, Niederschläge, die sich zu Flüssen und Seen formen – nur übernimmt Methan (neben anderen Kohlenwasserstoffen) hier die Funktion, die Wasser auf der Erde hat. Das funktioniert natürlich nur, weil es auf der Oberfläche des Mondes sehr viel kälter ist.

In den Details führt das dann doch zu gewissen Unterschieden. So bestehen Wüsten und Dünen auf Titan nicht aus Sand, sondern aus Eis – dessen Körner jedoch wie Sand aussehen. Im Magazin Earth and Planetary Science Letters beschäftigen sich Astronomen jetzt mit den Seen und Meeren, die die Ausdehnung des Kaspischen Meers erreichen können. Zum hippen Surfrevier wird der Mond demnach nicht avancieren, denn dafür sind die Wellen einfach zu klein. Wie Forscher anhand von Radarbildern herausgefunden haben, sind sie weniger als einen Zentimeter groß und höchstens zwanzig Zentimeter lang.

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Wie tote Sterne Planeten gebären können

Wenn ein Stern in einer gewaltigen Supernova-Explosion stirbt, bleibt normalerweise nur sehr wenig von ihm übrig. Das meiste Material wird abgestoßen, das betrifft auch jeden einzelnen Planeten. Nur ein kleiner, sehr dichter Kern bleibt übrig, der je nach Ausgangsmasse zum Neutronenstern (falls er schnell rotiert: zum Pulsar) oder zum Schwarzen Loch wird. Trotzdem befanden sich die ersten Exoplaneten, die 1992 entdeckt wurden, im Orbit um solch eine Sternleiche – um den Pulsar PSR 1257+12.

Mit den Theorien zur Planetenentstehung ist das schwer vereinbar. Wo eine Supernova stattfand, wächst kein Planet mehr. Hat der tote Stern sich seinen Begleiter etwa eingefangen, um sich irgendwann davon zu ernähren? Es könnte auch anders passiert sein, wie Forscher in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society schreiben. Die Astronomen haben den Pulsar Geminga unter die Lupe genommen, der etwa 800 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Gemini seine Bahn zieht. Er ist das Ergebnis einer Supernova, die vor 300.000 Jahren auch von der Erde aus gut sichtbar gewesen sein muss. Schon 1997 hatte man gedacht, dort einen Planeten gefunden zu haben, doch der konnte nie bestätigt werden.

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Schnellläufer-Sterne: Besucher aus einer anderen Galaxie

Die meisten Sterne in unserer kosmischen Umgebung sind relativ gemütlich unterwegs. Zwar bewegt sich das Sonnensystem mit etwas über 200 Kilometern pro Sekunde um den Kern der Milchstraße, doch darin steckt nur ein relativ geringer radialer Anteil (das ist der Geschwindigkeitsanteil in Richtung Zentrum): Die Sonne und die Sterne in ihrer Umgebung entfernen sich, schätzt man, mit etwa 15 Kilometern pro Sekunde vom galaktischen Zentrum. Es gibt jedoch Sterne, die weitaus schneller unterwegs sind, mit 100 bis 300 km/s. Bei solcher Hektik kann diese sogenannten Schnellläufer (oder hypervelocity stars, HSVs) die Schwerkraft der Milchstraße nicht mehr halten.

Was beschleunigt diese Objekte derart? Dazu hat man bisher zwei Theorien diskutiert. Die einfachste setzt ein Binärsystem voraus, in dem sich zwei Sterne sehr eng umkreisen wie ein Tanzpaar. Wenn nun einer der Partner loslässt (in einer Supernova explodiert), fliegt der andere mit seiner Rotationsgeschwindigkeit davon. Je näher der Stern seinem Partner war, desto schneller hat er rotiert, und desto höher ist nun seine Geschwindigkeit. Dabei gibt es allerdings Grenzen. Ein Stern kann, anders als ein Tanzpartner, einem anderen nicht beliebig nahe kommen, ohne mit ihm zu verschmelzen. Man kann ausrechnen, dass auf diese Weise maximal Geschwindigkeiten von 100 km/s erreichbar sind.

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