Binärobjekt mit Mond? Neues vom nächsten Ziel der New-Horizons-Sonde

Ein Jahr und ein paar Tage – so lange hat New Horizons noch vor sich. Die Sonde, diee zuletzt den Pluto besucht und von dort beeindruckende Bilder geliefert hat, wird an 2014 MU69 vorbeifliegen, einem 2014 entdeckten Kuiperbelt-Objekt (KBO), das 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist. Vor ein paar Monaten fanden Astronomen schon herausfanden, dass das Ziel der Sonde eine ungewöhnliche Form besitzt: Möglicherweise handelt es sich bei dem etwa 30 Kilometer durchmessenden Felsbrocken um ein Binärobjekt, einen Doppelasteroiden.

Am 10. Juli hat das Stratrosphären-Observatorium (SOFIA) der NASA ein weiteres interessantes Detail herausgefunden. Während eines Fluges über den Pazifik maß SOFIA ein sehr kurzes Blinzeln bei einem Stern in der (scheinbaren) Nähe von 2014 MU69. Da Sterne nicht einfach so ihr Licht ein- und ausschalten können, muss eine Bedeckung stattgefunden haben. Durch einen Abgleich mit dem Orbit von 2014 MU69 durch die Gaia-Mission der ESA sind sich die Forscher recht sicher, dass es sich um einen Begleiter des Zielobjekts von New Horizons handelt, einen Mond also.

Umso gespannter sind die NASA-Verantwortlichen nun, was ihre weit gereiste Sonde in der Neujahrsnacht 2019 tatsächlich sehen wird. Ein Binärobjekt mit Mond wäre auf jeden Fall ein spannender Beobachtungsgegenstand. Derzeit befindet sich New Horizons noch im Schlafmodus, um Energie zu sparen.

One Pingback

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.