Kepler-1649c: ein Erd-Zwilling mit aufbrausendem Mutterstern

Das Kepler-Teleskop ist bereits abgeschaltet, aber trotzdem finden Astronomen in seinen Daten immer wieder neue Exoplaneten. Der 300 Lichtjahre von der Erde entfernte Kepler-1649c ist so ein Fundstück. das den Forschern bei der ersten, automatisierten Durchsicht noch entgangen war. Dabei besitzt der Gesteinsplanet eine wichtige Besonderheit: Es handelt sich um den bisher in allen Aspekten erdähnlichsten Exoplaneten.

Kepler-1649c ist demnach nur 1,06 mal größer als die Erde. Er erhält etwa drei Viertel der Energie von seinem Zentralstern, die die Erde von der Sonne erhält. Damit müsste Wasser, so vorhanden, an seiner Oberfläche flüssig vorliegen. Schade ist nur, dass Kepler-1649c um einen Roten Zwerg orbitiert (und zwar einmal in 19,5 Erdtagen). Diese Sternzwerge sind für das Laster bekannt, ihre Planeten regelmäßig in verheerende Strahlungsausbrüche, Flares, zu tauchen, bei denen sie eine Atmosphäre oder Wasser gern ins All blasen. Je nach Häufigkeit der Marotte könnte sie die Chancen für Leben auf Kepler-1649c natürlich verringern.

Die Forscher kannten bereits den Bruder des Planeten, Kepler-1649b. Er umkreist den Roten Zwerg auf einer weiter innen liegenden Bahn, so wie bei uns die Venus. Er ist von ähnlicher Größe und braucht für einen Umlauf etwa neun Tage. Da er auch etwa so viel Strahlungsenergie erhält wie unsere Venus, erhoffen sich die Astronomen auch von ihm neue Erkenntnisse.

Kepler-1649c im Orbit des Roten Zwergs (Bild: NASA/Ames Research Center/Daniel Rutter)
Die beiden Planeten im Vergleich (Bild: NASA/Ames Research Center/Daniel Rutter)
So könnte es auf der Oberfläche von Kepler-1649c aussehen (Bild: NASA/Ames Research Center/Daniel Rutter)

 

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BrandonQMorris
  • BrandonQMorris
  • Brandon Q. Morris, 54, ist Physiker und beschäftigt sich beruflich und privat schon lange mit den spannenden Phänomenen des Alls. So ist er für den redaktionellen Teil eines Weltraum-Magazins verantwortlich und hat mehrere populärwissenschaftliche Bücher über Weltraum-Themen geschrieben. Er wäre gern Astronaut geworden, musste aber aus verschiedenen Gründen auf der Erde bleiben. Ihn fasziniert besonders das „was wäre, wenn“. Sein Ehrgeiz ist es deshalb, spannende Science-Fiction-Geschichten zu erzählen, die genau so passieren könnten – und vielleicht auch irgendwann Realität werden.