Zwergplanet Pluto – ein gigantischer Komet?

Eine spannende Theorie haben Forscher des Southwest Research Institute in den USA im Fachblatt Icarus aufgestellt. Die Wissenschaftler haben versucht, ein Modell der Entstehung des Zwergplaneten Pluto aufzustellen. Dabei haben sie sich insbesondere die stickstoffreiche Ebene Sputnik Planitia angesehen, die von einem gigantischen Gletscher aus gefrorenem Stickstoff bedeckt wird. Die Daten haben sie mit Ergebnissen der Rosetta-Sonde kombiniert, die den Kometen 67P untersucht hat.

Ihr Ergebnis: Der Stickstoffgehalt ließe sich gut dadurch erklären, dass man sich Pluto als Zusammenballung von etwa einer Milliarde (!) Kometen oder ähnlichen Objekten des Kuipergürtels (KBOs) vorstellt. Der anfängliche Gehalt an flüchtigen Stoffen muss dann später durch das Vorhandensein von Wasser verändert worden sein, meinen die Forscher – eventuell auch in Form eines Ozeans unter der Kruste, wie ihn die Monde Enceladus oder Europa heute noch besitzen.

Nicht ganz ausgeschlossen ist aber noch immer ein alternatives Modell. Dabei hätte sich Pluto aus sehr kalten, gefrorenen Gasen von ähnlicher Zusammensetzung wie die Sonne gebildet. Zudem fehlt bei beiden Modellen eine größere Menge von Kohlenmonoxid, das ebenfalls entstanden sein müsste, aber von der New-Horizons-Sonde bei ihrem Besuch des Pluto nicht gefunden wurde.

Messungen des RALPH-Instruments der New-Horizons-Sonde zeigen die Verteilung bestimmter Stoffe über die Pluto-Atmosphäre
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)
Sputnik Planitia ist ein riesiger Gletscher mit einem hohen Gehalt an Stickstoff, Kohlenmonoxid und Methan (Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

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