2017
Dezember
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Forscher finden superschweres Schwarzes Loch aus der Frühzeit des Universums

800 Millionen Sonnen. Wer Sagittarius A*, das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße, für einen schweren Brocken gehalten hat, multipliziere dieses Ungetüm mit 200 – und erhält die Masse des Schwarzen Lochs im Zentrum des Quasars ULAS J134208.10+092838.61 (seine Freunde, zu denen naturgemäß viele Astronomen gehören, dürfen ihn auch kurz J1342+0928 nennen). Quasare sind Radiogalaxien, aktive Geschwister der Milchstraße, die besonders im Radiobereich so große Energiemengen ausstoßen, dass man sie aus sehr großer Entfernung von der Erde aus beobachten kann.

J1342+0928 treibt das auf die Spitze. Der Quasar stellt mit einer Rotverschiebung von z=7,54 einen neuen Rekord auf und befindet sich damit nah am Rand des beobachtbaren Universums. Doch das ist es nicht, was die Forscher an der so hell wie 400 Billionen Sonnen leuchtenden Galaxie so spannend finden: Weil ihr Licht so lange braucht, bis es uns erreicht, können wir damit bis in die Frühzeit des Kosmos zurückblicken. Als das Licht, das uns jetzt erreicht hat, ausgesandt wurde, hatte das Universum mit 690 Millionen Jahren gerade fünf Prozent seines heutigen Alters.

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Plattentektonik auf dem Eismond Europa?

Erdkruste und oberer Erdmantel sind immer in Bewegung. Es ist zwar im Alltag nicht zu bemerken, aber die Nordamerikanische Platte und die Eurasische Platte oder die Afrikanische Platte sind in ständiger Bewegung. Wo sie aufeinandertreffen, falten sie Gebirge auf oder eine schiebt sich unter die andere. Diesen Vorgang nennt man Subduktion. Die Platte, die daberi nach unten abtaucht, wird im inneren Erdmantel geschmolzen und verändert ihre Struktur.

Der Jupitermond Europa ist der Erde wenig ähnlich. Es handelt sich wie beim Saturnmond Enceladus um ein differenziertes Objekt mit Gesteinskern und Eismantel. Die Gezeitenkräfte des Jupiter haben einen Teil des Eises schmelzen lassen. Dass Europa unter seiner Eiskruste Ozeane besitzt, gilt als sicher. Aus dem Weltall sind auch Risse im Eis erkennbar.

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Voyager 1: Steuertriebwerke nach 37 Jahren Pause erneut gezündet

Stellen Sie sich vor, Sie finden in der Garage ein altes Auto, das Ihr Vater dort vor 37 Jahren abgestellt hat. Wie hoch ist die Chance, dass es auch heute noch anspringt? Bei Voyager 1 ist das NASA-Ingenieuren gerade gelungen: Die Sonde, die als erstes von Menschen gemachtes Objekt den interstellaren Raum erreicht hat, zündete am 29. November erfolgreich ihre TCM-Triebwerke. TCM steht für „trajectory correction maneuver“, also Bahnkorrekturmanöver, und bezieht sich auf die Funktion dieser Triebwerke: Sie waren dazu da, die Bahn der Sonde bei der Annäherung an einen Planeten verändern zu können.

Der letzte Planet, der Voyager 1 begegnet ist, war Saturn. Das war vor 37 Jahren. Seitdem befanden sich die TCM-Triebwerke im Ruhemodus. Doch nun werden sie wieder gebraucht. Nicht etwa, weil Voyager 1 auf einen bisher unbekannten Planeten träfe, sondern weil ein anderes Triebwerkspaar allmählich versagt: Die ACTs oder Attitude Control Thrusters, die die Ausrichtung der Sonde im All korrigieren müssen. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Hauptantenne auf die Erde auszurichten und so die Verbindung aufrechtzuerhalten. Allmählich scheinen diese Triebwerke jedoch altersmüde zu werden, deshalb haben die NASA-Ingenieure nach einer Alternative gesucht und in Form der TCM-Triebwerke gefunden.

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